Montag, 16. März 2015

Gefühle

"Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die Grenzen setzt." Ingmar Bergman

Gefühle. Wir tragen sie in uns. Oft verborgen wie ein kleines dunkles Geheimnis, dass wir niemals lüften dürfen. Sie sitzen so tief in uns und krallen sich an uns fest. Wir können versuchen sie abzuschütteln, loszuwerden. Meistens schaffen wir es aber gerade mal sie in eine kleine imaginäre Pappschachtel zu stecken. Deckel drauf und wir hoffen, dass kein Lied oder Geruch oder ein Ort diesen Deckel lüftet und diese Gefühle freilässt, die man so mühsam verschnürrt und verpackt hat.

Gefühle. Die meiste Zeit verfluche ich sie. Weil sie mich so unfassbar schwach und angreifbar machen. Du öffnest dich jemandem, fasst all deinen Mut zusammen und musst dich einem Urteil stellen. Hop oder Top. Ein dazwischen gibt es nicht. Darfst du deine Gefühle frei leben oder musst du sie ko hauen und in der imaginären Pappschachtel beerdigen?

Und dann frage ich mich:
Fühle ich zuviel? Sollte ich sie mehr vergraben statt mich ihnen hinzugeben? Leben diese Menschen, die Gefühle für romantischen Schnurz halten einfacher? Wieviel sollte man fühlen? Und kann man das überhaupt beeinflussen?

Sollten Gefühle nicht etwas wunderschönes sein? Etwas, was uns zeigt, dass wir am Leben sind? Und gehört leiden automatisch dazu? Wenn im Herzen viel los ist, dann eben auch das Gefühl zu vermissen, traurig zu sein und am liebsten auf der Couch zu sitzen, Schokolade zu essen und Lieblingsserien zu schauen?

Was, wenn wir uns nicht für oder gegen Gefühle ausleben entscheiden sollten, sondern dafür welches wir wirklich leben wollen? Und, vorallem kann man das, bestimmte Gefühle ausblenden und so leben, dass es vernünftiger und besser für uns erscheint? Und wieviel entscheidet das wohl größte Gefühl in unserem Leben: die Angst?

Eins ist klar, Gefühle machen uns als Menschen aus. Ob wir es wollen oder nicht. Die Frage ist nur, welchen Teil der Gefühle lasse ich mehr zu, welcher Teil sollte die Kontrolle über mein Leben und mich gewinnen? Das glücklich und zufrieden sein mit dem was ich habe? Und dass ich nicht alles und jeden im Leben beeinflussen kann? Oder das Traurige, dass ich vielleicht einen bestimmten Menschen nie nah haben werde oder einen Job oder ein bestimmtes Leben?

Wieviel oder welches Gefühl kann ich zulassen ohne mich selbst zu verlassen?

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