Gestern bin ich gestolpert. Mitten in der Stadt, direkt vor der vielen Menschen. Ich konnte mich noch fangen, trotzdem war es peinlich. Vorallem weil ich nicht mal hohe Schuhe trug, sondern meine ältesten Stiefel.
Und irgendwie war es ein Sinnbild meines Lebens. Ich stolpere von Lebensplatz zu Lebensplatz, peinlich irgendwie, zurückblickend. Und ich sehe andere Menschen, die grazil über den Platz laufen, die Nasen in die Sonne, geblendet und mitten ins Leben blickend und trotzdem laufen sie perfekt weiter.
Wie schaffen die das? Warum gibt es Menschen, die es immer schaffen genau einen Fuß vor den anderen zu setzen und nicht zu staucheln oder sind sie einfach nur bessere Schauspieler? Stolpern sie vielleicht im dunklen Kämmerchen, wo es keiner mitbekommt, während ich die große Bühne betreten darf?
Ich schüttelte die Peinlichkeit ab, guckte nicht wirklich links oder rechts ob es irgendwer gesehen hat. Ich kenne sie eh nicht und sie mich nicht.
Zuhause sehe ich meinem Sohn zu wie er laufen übt und mit lauten Plumsern immer wieder auf den Po fällt. Würden wir eine Strichliste machen, er hätte mich was das Fallen angeht wohl schon überholt. Trotzdem habe ich ihn in dieser Phase vom Rollstuhl über Gehhilfe zum selbstständigen Laufen nur einmal entsetzt gesehen. Ein kleiner Moment, in dem er losweinen wollte, aber dann sich für Wut entschied und ich war Schuld. Gut, das ist man ja als Mutter eh öfters, lachte einfach los und er musste selbst über sein Stolpern lachen.
Über das Stolpern lachen. Ist es nicht so, dass uns die Stolpersteine des Lebens immer nur im ersten Moment als furchtbar schrecklich und peinlich erscheinen? Wie ernst ich damals so manchen Streit mit meinem ersten Freund nahm, heute kann ich nur müde drüber lachen. Genauso wie so mancher Liebeskummer, der sich als total sinnlos rausstellte. Oder wenn eben etwas im Leben nicht klappte. Irgendwann geht man halt einen anderen Weg, und vergisst wie blöde man sich fühlte.
Wir stolpern sowieso, alle, die einen im Dunklen für sich. Die anderen eben mit Publikum und je mehr ich mich anstrenge nicht zu stolpern, desto öfter passiert es, also kann ich auch drüber lachen oder mir einfach mein imaginäres Kuschelkissen einpacken und immer wenn ich mich auf den Hosenboden setze, es mir halt mal kurz bequem machen. Genau da unten, bis ich merke, dass es doch nicht so toll kuschelig ist. Alles zurechtrücke, aufstehe und weitergehe.
Look back but dont stare...
Montag, 16. März 2015
Gefühle
"Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die Grenzen setzt." Ingmar Bergman
Gefühle. Wir tragen sie in uns. Oft verborgen wie ein kleines dunkles Geheimnis, dass wir niemals lüften dürfen. Sie sitzen so tief in uns und krallen sich an uns fest. Wir können versuchen sie abzuschütteln, loszuwerden. Meistens schaffen wir es aber gerade mal sie in eine kleine imaginäre Pappschachtel zu stecken. Deckel drauf und wir hoffen, dass kein Lied oder Geruch oder ein Ort diesen Deckel lüftet und diese Gefühle freilässt, die man so mühsam verschnürrt und verpackt hat.
Gefühle. Die meiste Zeit verfluche ich sie. Weil sie mich so unfassbar schwach und angreifbar machen. Du öffnest dich jemandem, fasst all deinen Mut zusammen und musst dich einem Urteil stellen. Hop oder Top. Ein dazwischen gibt es nicht. Darfst du deine Gefühle frei leben oder musst du sie ko hauen und in der imaginären Pappschachtel beerdigen?
Und dann frage ich mich:
Fühle ich zuviel? Sollte ich sie mehr vergraben statt mich ihnen hinzugeben? Leben diese Menschen, die Gefühle für romantischen Schnurz halten einfacher? Wieviel sollte man fühlen? Und kann man das überhaupt beeinflussen?
Sollten Gefühle nicht etwas wunderschönes sein? Etwas, was uns zeigt, dass wir am Leben sind? Und gehört leiden automatisch dazu? Wenn im Herzen viel los ist, dann eben auch das Gefühl zu vermissen, traurig zu sein und am liebsten auf der Couch zu sitzen, Schokolade zu essen und Lieblingsserien zu schauen?
Was, wenn wir uns nicht für oder gegen Gefühle ausleben entscheiden sollten, sondern dafür welches wir wirklich leben wollen? Und, vorallem kann man das, bestimmte Gefühle ausblenden und so leben, dass es vernünftiger und besser für uns erscheint? Und wieviel entscheidet das wohl größte Gefühl in unserem Leben: die Angst?
Eins ist klar, Gefühle machen uns als Menschen aus. Ob wir es wollen oder nicht. Die Frage ist nur, welchen Teil der Gefühle lasse ich mehr zu, welcher Teil sollte die Kontrolle über mein Leben und mich gewinnen? Das glücklich und zufrieden sein mit dem was ich habe? Und dass ich nicht alles und jeden im Leben beeinflussen kann? Oder das Traurige, dass ich vielleicht einen bestimmten Menschen nie nah haben werde oder einen Job oder ein bestimmtes Leben?
Wieviel oder welches Gefühl kann ich zulassen ohne mich selbst zu verlassen?
Gefühle. Wir tragen sie in uns. Oft verborgen wie ein kleines dunkles Geheimnis, dass wir niemals lüften dürfen. Sie sitzen so tief in uns und krallen sich an uns fest. Wir können versuchen sie abzuschütteln, loszuwerden. Meistens schaffen wir es aber gerade mal sie in eine kleine imaginäre Pappschachtel zu stecken. Deckel drauf und wir hoffen, dass kein Lied oder Geruch oder ein Ort diesen Deckel lüftet und diese Gefühle freilässt, die man so mühsam verschnürrt und verpackt hat.
Gefühle. Die meiste Zeit verfluche ich sie. Weil sie mich so unfassbar schwach und angreifbar machen. Du öffnest dich jemandem, fasst all deinen Mut zusammen und musst dich einem Urteil stellen. Hop oder Top. Ein dazwischen gibt es nicht. Darfst du deine Gefühle frei leben oder musst du sie ko hauen und in der imaginären Pappschachtel beerdigen?
Und dann frage ich mich:
Fühle ich zuviel? Sollte ich sie mehr vergraben statt mich ihnen hinzugeben? Leben diese Menschen, die Gefühle für romantischen Schnurz halten einfacher? Wieviel sollte man fühlen? Und kann man das überhaupt beeinflussen?
Sollten Gefühle nicht etwas wunderschönes sein? Etwas, was uns zeigt, dass wir am Leben sind? Und gehört leiden automatisch dazu? Wenn im Herzen viel los ist, dann eben auch das Gefühl zu vermissen, traurig zu sein und am liebsten auf der Couch zu sitzen, Schokolade zu essen und Lieblingsserien zu schauen?
Was, wenn wir uns nicht für oder gegen Gefühle ausleben entscheiden sollten, sondern dafür welches wir wirklich leben wollen? Und, vorallem kann man das, bestimmte Gefühle ausblenden und so leben, dass es vernünftiger und besser für uns erscheint? Und wieviel entscheidet das wohl größte Gefühl in unserem Leben: die Angst?
Eins ist klar, Gefühle machen uns als Menschen aus. Ob wir es wollen oder nicht. Die Frage ist nur, welchen Teil der Gefühle lasse ich mehr zu, welcher Teil sollte die Kontrolle über mein Leben und mich gewinnen? Das glücklich und zufrieden sein mit dem was ich habe? Und dass ich nicht alles und jeden im Leben beeinflussen kann? Oder das Traurige, dass ich vielleicht einen bestimmten Menschen nie nah haben werde oder einen Job oder ein bestimmtes Leben?
Wieviel oder welches Gefühl kann ich zulassen ohne mich selbst zu verlassen?
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